Projektanleitung

1.Bestandsaufnahme der aktuellen Alpen- und Feuersalamanderpopulationen in Österreich, Italien & Spanien
Feuersalamander sind durch ihre spektakuläre schwarz-gelbe Färbung gut zu erkennen und leben in europäischen Laubmischwäldern (v.a. Buchenwälder) mit kleinen Quellbächen in Höhenlagen bis zu 1300m. Die kleinen schwarz glänzenden Alpensalamander, auch unter dem Namen Wegnox, Wegmandl oder Hölldeixl bekannt, leben in höheren Lagen (600-2500m) und sind nur in den Alpen zu finden.
Jeder kennt die Alpen- und auch die Feuersalamander, allerdings gibt es immer noch keine genauen Daten über ihr Verbreitungsgebiet und ihre Populationsgröße in Österreich.
In diesem Forschungsprojekt möchten wir mit einem innovativen Ansatz, der Aufklärung, Forschung und Naturschutz vereint, genau diese Fragen mit Hilfe der SchülerInnen bearbeiten. Viele von uns haben schon irgendwann einmal einen Salamander gesehen. Um ein genaues Bild zur Verbreitung zu erhalten, zielt dieses Forschungsprojekt darauf ab, die Bevölkerung zu befragen und alle gesichteten Salamander in eine Karte einzutragen.
Da diese Salamanderarten nicht nur in Österreich sondern auch in anderen europäischen Ländern vorkommen und auch dort die Verbreitung noch nicht genau bekannt ist, wurde dieses Projekt auf die Länder Italien und Spanien ausgeweitet. Insgesamt nehmen 3 italienische und 4 spanische Schulen an diesem Salamanderprojekt teil. Es gibt somit für Sie die Möglichkeit zur Kontaktherstellung und zum Austausch mit diesen Partnerschulen. Sowohl in Italien als auch in Spanien finden sich einzigartige Salamanderarten, die nur dort vorkommen. Auch ihr Lebensraum unterscheidet sich stark von österreichischen Gebieten. So bietet sich z.B. der Austausch von Fotos bzw. der Dreh von Videos an, womit auch die sprachliche Barriere umschifft werden kann.

2. Erfassung der historischen Entwicklung der Alpen- und Feuersalamander in den letzten 50 Jahren
Eine zweite Frage geht der historischen Entwicklung der Alpen- und Feuersalamander in den letzten 50 Jahren nach. Viele ältere Menschen wissen noch von Salamandervorkommen, wo sie heute spurlos verschwunden sind. Durch Interviews, die die SchülerInnen mit Bergsteigern, Bauern, Jägern und ihrer Familie führen, kann dieses Wissen erhalten und Informationen zur Populationsentwicklung geliefert werden. Die Daten können dann in die Google-Map auf der Homepage www.alpensalamander.eu eingetragen werden bzw. bitten wir Sie, die von den SchülerInnen durchgeführten Interviews an das Projektteam zu schicken.

3. Monitoring von Feuersalamanderlarven
Die erwachsenen Salamander sind meist nur bei Regenwetter oder in der Nacht zu finden. Doch auch tagsüber bei Sonne gibt es die Möglichkeit Salamander zu beobachten und zwar wenn sie sich noch im Wasser im Larvenstadium befinden. Dazu gibt es in der Salamanderfibel eine Monitoring-Tabelle, in die die SchülerInnen die Anzahl der gefundenen Larven eintragen können. Die Kinder machen sich dafür am besten in ihrer Umgebung auf die Suche nach kleinen Bächen, die Feuersalamander-Larven enthalten. Ihre Aufgabe besteht nun darin, regelmäßig die Anzahl der Larven zu zählen (z.B. 1 mal monatlich). Dabei wäre es günstig, den Bach entlang aufwärts zu gehen um eine Trübung des Wassers und damit schlechtere Sichtbarkeit zu vermeiden. Die Larvensaison beginnt meist Anfang März und dauert bis Juli, in manchen Bächen sind auch ganzjährig Larven zu finden. Die meisten Larven können nachts gesichtet werden, da sie um diese Zeit aktiv werden. Sie sind aber auch unter tags gut zu finden, meist sitzen sie gut sichtbar auf den Steinen im Wasser.

4.Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen für den Amphibienschutz durch Sensibilisierung und Einbindung der Jugend
Folgende Bereiche werden den SchülerInnen in diesem Forschungsprojekt näher gebracht: die Biologie der Amphibien, Amphibienschutz, Sammlung von wissenschaftlichen Daten, Umgang mit Google-Karten und Web2.0. Durch die Beschäftigung mit dieser bedrohten Tierart, soll das Bewusstsein der Kinder für Arten- und Naturschutz geschärft werden. Zusätzlich werden die SchülerInnen für die Bewahrung der Umwelt in ihrer Umgebung sensibilisiert (z.B. Schutz für „ihren“ Salamander-Wald, für „ihren“ Larvenmonitoring-Bach etc.). Außerdem werden SchülerInnen, die bereits „Salamanderexperten“ sind, auch andere Themen wie der Schutz von Lebensräumen oder andere gefährdete Tierarten (Luchs, Bär, Wolf etc.) nähergebracht.

Unsere Angebote:

  • Mitwirken der Schule bei einem aktuellen Artenschutzprojekt
  • Einblicke in die universitäre Forschungsarbeit und Besuch der Universität
  • • Workshops direkt an den Schulen über Salamander, Larvenmonitoring, Lebensräume oder andere gefährdete Tierarten
  • Exkursionen mit Experten im heimischen Lebensraum
  • Besuche und Workshops im Uni-Labor (Workshop „Genetik“ und/oder “Fließgewässer“, für genauere Informationen siehe unten)
  • Einführung in Google-Maps, wissenschaftlichen Datengewinn und Eintragen auf der Homepage
  • Kontakt und Austausch mit italienischen und spanischen Schulen
  • Medienauftritte der Schulen (z.B. im TV wie Salzburg Heute, Zeitungen, Journale und Zeitschriften)

Workshops:
Genetik:
In diesem Workshop wollen wir die Kinder mit der Laborarbeit vertraut machen, wobei genetische Proben von  Salamandern im Mittelpunkt stehen. Die VolksschülerInnen lernen wie die Probennahme generell funktioniert, und können dies sogleich selbst an einem Kunststoffsalamander ausprobieren. Dann folgt eine Führung durch das Labor, wo sie mit Pipetten hantieren und ein DNA-Gel bestaunen können. SchülerInnen ab der 5. Schulstufe erhalten zuerst eine Einführung zur genetischen Analyse von DNA-Proben. Anschließend bieten wir ihnen die Möglichkeit, persönliche Erfahrung im Labor zu sammeln, indem sie selbst eine DNA-Extraktion durchführen können.

Fließgewässer:
In diesem Workshop wollen wir einen kleinen Einblick in das Leben im F
ließgewässer geben. Wir werden dazu in einem Bach vor dem Universitätsgebäude verschiedene Parameter messen (z.B. Sauerstoffgehalt, pH-Wert) und die dort lebenden Tiere sammeln. Im Übungsraum der Universität werden wir diese unter dem Mikroskop genauer anschauen und beobachten sowie sie den zugehörigen Tiergruppen zuordnen. Bei Interesse kann auch eine kurze Führung durch die Naturwissenschaftliche Fakultät und unsere Labors gemacht werden.

Aufgaben der LehrerInnen:

  • Vorbereiten der Schüler mit den Lehrunterlagen: diese gibt´s hier
  • Hilfe der Kinder beim Eintragen der gesichteten Salamander auf der Website
  • Kopieren der ausgefüllten Fibel-Tabellen (Salamandersichtungen und Larvenmonitoring) und Zusendung an das Projektteam
  • Zusendung der Interviews an das Projektteam, die die Schüler mit der Bevölkerung/ihren Verwandten über historische und aktuelle Salamandervorkommen führen
  • Betreuung der kreativen Arbeiten der Schüler über Salamander (z.B. auch fächerübergreifende Zusamenarbeit)
  • Kontaktaufnahme zu den Partnerschulen in Italien und Spanien via der Website oder via Facebook (Gruppe „Alpensalamander“).
  • Öffentlichkeitsarbeit mit Eltern und der Gemeinde mithilfe von Plakaten, Artikel in der Lokalzeitung, TV-Beiträge etc.
  • Regelmäßiger Austausch (1x monatlich) über den Projektfortschritt (Salamandersichtungen, kreative Arbeiten) mit dem Projektteam via Email oder Telefon
  • Präsentation des Projekts auf der Homepage der Schule (inkl. Sparkling-Science Logo)
  • Einverständniserklärung der Eltern einholen für die Veröffentlichung von Fotos/Videos der Kinder auf der Homepage und in öffentlichen Medien (z.B. TV, Zeitung)

Zeitplan:

Projektlaufzeit: September 2012-August 2014

Oktober/November 2012: Infoveranstaltung für alle LehrerInnen

Herbst/Winter 2012: Vorbereitung der SchülerInnen durch die LehrerInnen auf das Projekt

Jänner-Mai 2013: Durchführung von Workshops in den Schulen (1/2 Tag)

Herbst 2013/Frühling 2014: Salamanderexkursion, Besuch der Uni Salzburg

Juni/Juli 2014: Präsentation der eigenen Ergebnisse und Abschlussfest

Gesamter Zeitraum: Betreuung der Schulen beim Datensammeln und Eintragen!!!

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.