Feuersalamander

Der Feuersalamander (Salamandra salamandra salamandra) (LINNAEUS, 1758) ist durch seiner spektakuläre schwarz/gelb Färbung sicherlich der bekannteste Lurch in Europa. In Österreich wird er auch „Regenmandl“, „Erdmandl“ oder „Gelber Schneider“ genannt. Je nach Unterart aber auch innerhalb einer Unterart können die Farben und Farbmusterungen stark variieren. Normalerweise haben die Tiere eine schwarze Grundfarbe, auf der man gelbe Streifen und/oder Flecken findet. Manchmal überwiegt sogar die gelbe Färbung. Selten findet man auch Tiere, die statt der gelben eine rote Färbung besitzen. Auch albinotische und rein schwarze Feuersalamander sind keine Seltenheit.

Feuersalamander sind über weite Teile Europas außer in Skandinavien, Großbritannien, Irland und Nordosteuropa verbreitet. Salamandra corsica lebt auf Korsika. Auf anderen Mittelmeerinseln wie Sardinien, Kreta oder Zypern gibt es keine Feuersalamander. Auf Sizilien wurde er 1998 wiederentdeckt. In der Schweiz und in Österreich ist der Feuersalamander zwischen 200 und 700 m weit verbreitet. Die Hauptverbreitung des Feuersalamanders in Österreich liegt im Hügelland und in den Kalkalpen zwischen dem nördlichen Salzburg und dem Wienerwald, sowie in der Steiermark und in Kärnten. Die Verbreitung des Feuersalamanders in Österreich stimmt weitgehend mit der der Rotbuche (Fagus sylvatica) überein.  In Vorarlberg, großen Teilen des Inntals, den Hohen Tauern, Murau, dem nordöstlichen und östlichen Niederösterreich und dem nördlichen Südtirol gibt es keine oder nur wenige Verbreitungsdaten über den Feuersalamander. In Salzburg liegt die Hauptverbreitung in der Region der Flyschzone (Alpenvorland) an der westlichen Grenze des Osterhorngebirges, im äußeren Salzachtal und im Untersbergvorland. Einige Gebirgstäler des Pinzgaus und Pongaus (Kleinarltal, Habachtal, Hollersbachtal) sind nicht oder nicht mehr besiedelt.

Die einheimischen Feuersalamander werden 16-20 cm groß. Außergewöhnlich ist auch die Art der Fortpflanzung. Befruchtete Eier werden so lange im Leib zurückgehalten, bis die Embryonalentwicklung abgeschlossen ist und voll entwickelte Larven abgesetzt werden können (Larviparie). Ein Weibchen kann in einem Jahr 20 bis 80 Larven absetzen, die man bei normal gefärbten Tieren leicht an den gelben Flecken an den Beinansätzen als Feuersalamander identifizieren kann. Einige Feuersalamander wie der Oviedo-Salamander können als Anpassung an die wasserarme Gegend auch 2-3 völlig entwickelte Jungsalamander zur Welt bringen, die sofort ihr Leben an Land fortsetzen. Mehr Infos zur Fortpflanzung gibt´s hier.

Der Feuersalamander kann aus Hautdrüsen ein Gift, das sogenannte Samandarin, absondern, welches ihn vor Fressfeinden schützt aber für Menschen ungefährlich ist. Feuersalamander sind nachtaktiv und hauptsächlich bei regnerischem Wetter unterwegs. Über das Jahr sind sie von März bis November aktiv, je nach Wetter und Temperaturen. Der Schwerpunkt liegt auf der Phase der Larvenablage von Anfang März bis Ende Mai. Ein zweiter Aktivitätspeak liegt im Herbst, wenn die Tiere in ihre Winterquartiere wandern. Dies können Löcher und Höhlen im Boden sein oder verlassene Bergwerksstollen, in denen die Tiere oft in großer Anzahl gemeinsam überwintern (bis zu 100 Tiere).

Der typische Lebensraum des Feuersalamanders sind Laubmischwälder (größtenteils Buchenwälder) mit kleineren Fließgewässern oder Gräben. Die Tiere sind eigentlich Einzelgänger, nur zur Überwinterung können sich größere Gruppen zusammenfinden. Salamander ernähren sich hauptsächlich von Regenwürmern, Wegschnecken, Fliegenlarven, Asseln und weitere Insekten. Der Feuersalamander kann in der Natur ein Alter von 20-25 Jahren und in Gefangenschaft ein biblisches Alter von über 50 Jahren erreichen.

Hier findest du interessante Filme ueber die Salamander
Weitere Details können unter folgenden Seiten nachgelesen werden: wikipedia german, biotropics, Feuersalamander in Austria
Im Alpenraum interessiert uns vor allem seine Ausbreitung in Zusammenhang mit dem Alpensalamander. Feuersalamander sind in Salzburg vom Flachgau bis zu den Kalkbergen (Tennengebirge, Hochkönig) nicht aber in den Tälern am Alpenhauptkamm anzutreffen. Eine wichtige Frage unseres Forschungsprojektes ist es, mit deiner Hilfe festzustellen wo genau die Grenze liegt. Danke fürs Eintragen!


Böhme, W., B. Thiesmeier & K. Grossenbacher (eds.) 2003. Salamandra Salamandra (Linnaeus, 1758) – Feuersalamander. Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas, Bd.4/2B : Schwanzlurche (Urodela) IIB; Salamandridae III: Triturus 2, Salamandra: BD 4/IIB: 969-1028. Wiebelsheim.

Buckley, D. & M. Alcobendas & M Garcia-Paris & M. H. Wake 2007. Heterochrony, cannibalism, and the evolution of viviparity in Salamandra salamandra. In: Evolution and Development: 9:1, 105-115.

Köhler, G. & S. Steinfartz 2006. A new subspecies of the fire salamander Salamandra salamandra (LINNAEUS, 1758) from the Tendi valley, Asturias, Spain. In: Salamandra: 42, 13-20.

Nöllert, A. & Nöllert C. 1992. Die Amphibien Europas: Bestimmung, Gefährdung, Schutz. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart.

Thiesmeier G. & R. Günther 1996. Feuersalamander – „Salamandra salamandra.“ (Linnaeus, 1758). In: Die Amphibien und Reptilien Deutschlands. Gustav Fischer, Jena: 82-104.

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