Unterarten


Es gibt 14 Unterarten des Feuersalamanders, wobei die Unterarten S.s.beschkovi und S.s. werneri umstritten sind. S.s.alfredschmidti wurde 2006 neu entdeckt.

-Salamandra salamandra salamandra (Nominatform)

Die Nominatform ist mittelgroß bis groß und stark gebaut. Der Schwanz und die Extremitäten sind relativ lang. Der Kopf ist mäßig gebogen, die Schnauze ist leicht zugespitzt und abgerundet. Der Rücken ist unregelmäßig bis relativ durchgehend gefleckt. Die Tiere im Nordwesten weisen meist streifen-fleckige oder flecken-streifige Muster auf.  Das typische Habitat von S.s. salamandra ist in Nürnberg, Deutschland (Böhme et al. 2003). Die genaue Beschreibung findet ihr hier

- Salamandra salamandra werneri
Der Körper und der Schwanz ist relative lang. Die Bauchseite ist einfärbig Schwarz, der Schwanz ist mäßig gefleckt, Kehle und Nacken sind komplett gelb gefärbt. Die Extremitäten sind lebhaft gefleckt, mit einigen rotbraunen Flecken dazwischen. Werneri ist am Pelion-Gebirge in Griechenland verbreitet.

- Salamandra salamandra beschkovi
Diese Unterart hat einen sehr kurzen Schwanz und sehr kurze Beine. Charakteristisch für diese Unterart ist eine Ansammlung von gelben Flecken entlang oder auf der Wirbelsäule. Das typische Habitat ist am Pirin-Gebirge im südlichen Bulgarien zu finden. S.s. beschkovi ist möglicherweise eine örtliche Modifikation von S.s. salamandra.

- Salamandra salamandra gigliolii
Diese Unterart ist relativ klein und feingliedrig. Der Schwanz ist lang und hoch, der Kopf breit und flach. Die Extremitäten, Finger und Zehen sind sehr lang. Die gelben Flecken sind oft breit und netzartig verbunden. Schwarz tritt oft nur fleckenartig auf. Der Kopf weist sehr viel gelb auf, das oftmals einen kleinen, schwarzen Fleck umrundet. Die Verbreitung von S.s.gigliolii erstreckt sich von den Apenninen östlich von Genua bis zur Südspitze Italiens.

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Die Salamander auf der Iberischen Halbinsel weisen eine sehr große geographische Variation bezüglich Größe, Schnauzenform, Finger- und Fußlänge und Färbung auf. Folgende Trends in der Färbung von West nach Ost können auf der Iberischen Halbinsel beobachtet werden: von gefleckten Mustern hin zu unregelmäßig gestreiften Formen; von haken-, hufeisen- und ringförmigen Flecken hin zu rundlichen und kleineren Flecken mit einer Steigerung der roten Flecken. Am Kopf verringern sich die gelben Flecken, eine Zunahme der Körpergröße und Schwanzlänge gibt es bei den Salamandern im Kantabrischen Gebirge.

Viele genetische Studien wurden bereits durchgeführt, um die verschiedenen Unterarten der Iberischen Salamanderpopulationen zu bestimmen. Im Moment werden 9 oder 10 Unterarten auf der Iberischen Halbinsel (welche die höchste Diversität der weltweiten Verbreitung dieser Art aufweist) unterschieden, mit einer Anhebung auf “Artniveau” des penibaetischen Salamanders S. longirostris (nicht komplett akzeptiert).

Die Fortpflanzungsstrategie (ovovivipar oder vivipar) der Iberischen Salamander ist ein Merkmal, das den Grad der Trennung zwischen den Unterarten bestimmt:

- Salamandra salamandra almanzoris
Dies ist eine kleinere, gepunktete Unterart mit einer Reduktion der gelben Färbung. S.s. almanzoris kann sehr lange Larvalphasen aufweisen und aufgrund dessen können überdurchschnittlich große Individuen auftreten. Das typische Habitat ist die Laguna Grande de Gredos im Zentrum von Spanien, auf 2027 m.

© David Donaire

- Salamandra salamandra bejarae
Die Parotiden sind klein und breit. In den westlichen Habitaten zeigt diese Unterart eine rote Färbung, besonders in der Region der Parotiden. Der schwarze Farbanteil überwiegt. Das typische Habitat ist die Provinz Salamanca in Spanien. S.s.bejarae ist in Mittel- und Ostspanien verbreitet.

© David Donaire

-Salamandra salamandra bernardezi
Diese Unterart ist relativ klein und leicht. Die Färbung ist schwarz mit zwei gelben Streifen am Rücken. Diese Unterart ist nicht leicht von S.s.fastuosa zu unterscheiden. S.s.bernardezi ist lebendgebärend und daher komplett unabhängig vom Wasser. Bernardezi weist erstaunliche Farbvariationen östlich von Oviedo, Spanien, auf. Der gelbe Anteil der Färbung ist hoch. Das typische Habitat ist Oviedo, Asturien, Spanien, sie sind in Asturien und Kantabrien verbreitet.

© Javier Benavides

- Salamanra salamandra alfredschmidti
Die Feuersalamander aus dem Rio Tendi Tal (Asturien, Spanien), die lange für S.s.bernardezi gehalten wurden, unterscheiden sich vom lokalen Typ S.s.bernardezi in Oviedo und allen anderen Unterarten auf der Iberischen Halbinsel hinsichtlich ihrer Färbung und der Zusammensetzung der mitochondrialen Sequenzen. Sie weisen eine große individuelle Variabilität auf, was die Körperfärbung betrifft. Daher kann diese lokal begrenzte Population von S.salamandra als eigene Unterart angesehen werden (Köhler & Steinfartz 2006).

© Javier Benavides

- Salamandra salamandra crespoi
Diese Unterart ist relativ groß mit einem langen flachen Kopf und stark hervortretenden Augen. Der Schwanz ist relativ lang und hoch. Die Extremitäten sind sehr lang, mit extrem langen, schlanken Fingern und Zehen. S.s.crespoi ist in Süd-Portugal verbreitet.


© David Donaire

- Salamandra salamandra fastuosa
Diese Unterart ist relativ klein und leicht, etwas größer als S.s. bernardezi und immer längsgestreift. Der Schwanz ist relativ lang und sehr niedrig. Der Kopf ist schmal und die Schnauze rund und kurz. Die Parotiden sind sehr klein und die Finger relativ lang. S.s. fastuosa ist im östlichen Asturien in Spanien verbreitet.


© David Donaire

- Salamandra salamandra gallaica
Diese Unterart ist eng verwandt mit S.s.crespoi, S.s. morenica und S.s. bejarae. Gallaica ist größer als bejarae, die Färbung am Rücken ist gefleckt oder gestreift. Die gelben Flecken weisen oft eine rote Färbung in der Mitte auf, die Kehle und der Kopf sind manchmal komplett rot. Das typische Habitat ist in Galicien im Nordwesten Spaniens. Die Verbreitung erstreckt sich vom Zentrum und Norden Portugals bis zum Nordwesten Spaniens.

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- Penibaetischer Salamander (Salamandra salamandra longirostris)

Ein sehr großer Salamander (bis 23 cm) mit kräftiger Statur und spitzer Schnauze. Färbung: schwarzer Hintergrund mit großen runden oder viereckigen gelben Flecken, manchmal mit gegabelter oder zweiseitiger Anordnung. Große, symmetrische Flecken an beiden Augen und Parotiden. Selten kleine rote Flecken am Grenzbereich größerer gelber Flecken. Manchmal haben sie eine Reihe gelber Flecken am Unterkiefer. Verbreitung auf der Iberischen Halbinsel: südliches Gebirge am Guadalquivir Fluss in den Provinzen von Cadiz und Malaga. Historische Populationen von Granada warden als ausgestorben angesehen. Phylogenetisch ist diese Unterart sehr unterschiedlich von den anderen. Bis jetzt wurde der penibaetische Salamander als eine weitere Unterart des Feuersalamanders angesehen, was wissenschaftlich allerdings nicht völlig anerkannt ist (Speybroeck et al., 2010).

- Salamandra salamandra morenica
Diese Unterart ist eng verwandt zu S.s. gallaica und sehr groß mit kleinen Flecken, welche einen hohen Rotanteil am Kopf und einen geringeren Rotanteil am Rest des Körpers aufweisen. Das typische Habitat ist die Sierra Morena in Südspanien.


© Eduardo Escoriza

- Salamandra salamandra terrestris
Diese Unterart ist mittelgroß, gestreift und stärker gebaut als S.s. fastuosa. Schwanz, Extremitäten und Zehen sind relativ kurz, die Parotiden sind breit. Eine rote Färbung ist nur sehr selten zu finden. Terrestris ist in Katalonien, an der Nordseite der Pyrenäen, in Frankreich, im südlichen Teil Belgiens und Hollands, und im Norden und Westen Deutschlands verbreitet.


© David Donaire

Böhme, W., B. Thiesmeier & K. Grossenbacher (eds.) 2003. Salamandra Salamandra (Linnaeus, 1758) – Feuersalamander. Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas, Bd.4/2B : Schwanzlurche (Urodela) IIB; Salamandridae III: Triturus 2, Salamandra: BD 4/IIB: 969-1028. Wiebelsheim.

Köhler, G. & S. Steinfartz 2006. A new subspecies of the fire salamander Salamandra salamandra (LINNAEUS, 1758) from the Tendi valley, Asturias, Spain. In: Salamandra: 42, 13-20.

Masó, A. y Pijoan, M. 201. ANFIBIOS Y REPTILES DE LA PENÍNSULA IBÉRICA, BALEARES Y CANARIAS. Ed. Omega.

Pleguezuelos, Márquez, Lizana. 2004. Atlas y Libro rojo de los anfibios y reptiles de España.

Salvador, A, García-París, M. 2001. Anfibios españoles. Ed. Esfagnos. Talavera de la Reina, Toledo.

Steinfartz S. & M. Veith & D. Tautz 2000. Mitochondrial sequence analysis of Salamandra taxa suggests old splits of major lineages and postglacial recolonizations of Central Europe from distinct source populations of Salamandra salamandra. In: Molecular Ecology: 9, 397-410.

S.I.A.R.E. Servidor de Información de Anfibios y Reptiles de España. Asociación Herpetológica Española – Ministerio de Medio Ambiente y Medio Rural y Marino: http://siare.herpetologica.es/

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