Fortpflanzung


Ein juveniler, frisch metamorphosierter Feuersalamander.


Feuersalamanderlarven kurz vor der Metamorphose mit der bereits sehr auffälligen schwarz-gelben Färbung und nur noch sehr kleinen Kiemenbüscheln.

Feuersalamander sind die einzigen Schwanzlurche, die Larven ablegen. Feuersalamander sind ovovivipar oder larvipar, einige Unterarten (S.s.bernardezi und S.s. fastuosa) sind vivipar. Die Geburt von Larven wird als Larviparie bezeichnet. Larven werden zwischen März und September gefunden. Paarung und Befruchtung sind beim Feuersalamander zeitlich getrennt. Weibchen speichern das Sperma in den „Spermatheca“ bis sie ihren vitellogenen Zyklus beendet haben und die Eier zur Befruchtung bereit sind. Die Befruchtung findet nach der Ovulation statt, welche während der ersten Juliwoche passiert. Die Eier wachsen dann für 5 Monate im Uterus, sie ernähren sich von ihrer eigenen Dottermasse (Lecitotrophie). In Mitteleuropa ist die Hauptlaichsaison im April und Mai. Während der Larvenablage, welche meistens während der Nacht stattfindet, bewegt das Weibchen ihren Hinterleib ins Wasser und presst die Larven aus der Kloake. Die Larven haben voll ausgebildete Kiemen, Gliedmaßen, Augen und ventrale und dorsale Schwanzflossen. Sie sind zwischen 25 und 35 mm groß. Die Metamorphose ist etwa nach 4 Monaten abgeschlossen, die Kiemen haben sich zurückgebildet und die Lungen sind fertig. Auch die Schwarz-Gelb-Färbung ist bereits sehr gut zu erkennen. Im Durschnitt sind die metamorphosierten Tiere etwa 51 mm groß. Nach der Metamorphose dauert es noch etwa 2-3 Jahre, bis die Tiere ausgewachsen sind und ihre Giftdrüsen voll ausgebildet sind.

Laichgewässer:
Typische Laichgewässer des Feuersalamanders haben relative niedrige Temperaturen während des gesamten Jahres, etwa zwischen 8 und 11°C. Die Laichgewässer haben sehr hohen Sauerstoffgehalt, beispielweise Bäche, Quellen oder andere Gewässer mit frischem Quellwasser. Außerhalb des Mittelgebirges verwenden Feuersalamander auch kleine, flache stehende Gewässer, um ihre Larven abzulegen. Wichtig ist, dass diese Gewässer möglichst das ganze Jahr über Wasser führen, damit die Larven ihre Entwicklung abschliessen können. Teilweise überwintern im Herbst abgelegte Larven auch im Wasser.

Böhme, W., B. Thiesmeier & K. Grossenbacher (eds.) 2003. Salamandra Salamandra (Linnaeus, 1758) – Feuersalamander. Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas, Bd.4/2B : Schwanzlurche (Urodela) IIB; Salamandridae III: Triturus 2, Salamandra: BD 4/IIB: 969-1028. Wiebelsheim.

Buckley, D. & M. Alcobendas & M Garcia-Paris & M. H. Wake 2007. Heterochrony, cannibalism, and the evolution of viviparity in Salamandra salamandra. In: Evolution and Development: 9:1, 105-115.

Dopazo, H. & M. Korenblum 2000. Viviparity in Salamandra salamandra (Amphibia: Salamandridae): adaptation or exaptation? In: Herpetologica: 56, 144-152.

Steinfartz S. & K. Stemshorn & D. Kuesters & D. Tautz 2005. Patterns of multiple paternity within and between annual reproduction cycles of the fire salamander (Salamandra salamandra) under natural conditions. In: Journal of Zoology: 268, 1-8.

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