Die Feuersalamanderlarven im Aigner Wald

Die heurige Larvensaison im Aigner Wald war für die dortige Feuersalamanderpopulation aufgrund der extremen Wetterkapriolen nicht leicht. Die Larvenablage startete wie immer Anfang März mit den ersten warmen, feuchten Tagen. Diese wurde aber abrupt von einer neuerlichen Kälteperiode und Schneefall unterbrochen. Die Kälte zog sich mehr oder weniger bis Ende Mai hin, mit einigen wenigen Unterbrechungen, wo die Salamanderdamen ihre Larvenablage wohl fortsetzen konnten. Generell waren aber wesentlich weniger Larven im Bach zu finden als in den letzten Jahren. Die Kälte und Nässe setzte sich (bis auf eine Woche mit extremer Hitze) bis Ende Juni fort. Da war es wohl sogar den Salamandern schon zu nass, denn auch Adulte waren heuer nur wenige unterwegs. Das Larvenmonitoring einmal im Monat machten wir ab April mit der JM1 der VS Liefering II. Das hat mit den kleinen Forschern wirklich super funktioniert und wird auch im Herbst fortgesetzt! :-) Anfang Juni gab es das Hochwasser, bei dem sicher viele Larven ausgeschwemmt wurden. Genau konnten wir das aber nicht feststellen, da der Bach über lange Zeit sehr viel Wasser führte und daher das Larvenzählen extrem schwierig war. Ab Anfang Juli schlug das Wetter um und es war fast 5 Wochen durchgehend extrem heiss mit fast keinem Niederschlag. Das wirkte sich natürlich auch auf den Schwarzenbach aus, welcher Mitte Juli zu etwa 80% ausgetrocknet war.

Die übriggebliebenen (nicht verschwemmten und nicht ausgetrockneten) Larven hielten sich in den verbliebenen größeren Gumpen auf, die teilweise ohne Frischwasserzufuhr sind. Jetzt, Mitte August, sieht die Wassersituation im Bach auch nicht viel anders aus, die Gumpen sind allerdings gleich geblieben und dürften auch nicht mehr austrocknen.

Die Larven scheinen sich dort wohl zu fühlen, das Wasser hat ca. 16°C und auch der pH-Wert bleibt konstant. Die Larven sind schon sehr groß (ca. 6 cm), teilweise schon markant schwarz-gelb gefärbt und kurz vor der Metamorphose stehend. Es gibt aber auch noch einige kleinere Exemplare, die wohl noch einige Zeit im Wasser sein werden. Es ist eine Freude zu sehen, dass doch viele der kleinen Kerlchen die Wetterkapriolen dieses Jahres gut überstanden haben, sie wohlauf sind und bereit, das Leben an Land anzutreten.

Die wenigen Gumpen mit Wasser scheinen auszureichen, um wieder eine neue Feuersalamandergeneration in Aigen an Land kommen zu lassen. Das zeigt auch, wie extrem anpassungsfähig Salamander und ihre Larven sind. Bei sehr wenig Wasser und niedrigem Sauerstoffgehalt können sie innerhalb weniger Tage, manchmal sogar innerhalb einer Nacht, ihre Entwicklung beschleunigen, die Kiemenbüschel einziehen und von Wasser- zu Landleben umschalten, um nicht auszutrocknen. Bleibt zu hoffen, dass die kleinen gelbgefleckten Kerlchen nun nicht jedes Jahr solch extremen Schwankungen ausgesetzt sind, denn auf Dauer würde das die Populationsgröße sicher verringern!

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